Vortrag mit Fledermausexperte Martin Biedermann aus Schweina

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Im Anschluss an die eigene ordentliche Mitgliederversammlung am 17.12.2016 hat der Verein Bürger mit Initiative e.V. erneut zu einem öffentlichen Naturvortrag in das DGH Willershausen eingeladen. Der Termin war nicht ganz glücklich gewählt, denn natürlich haben sich die verschiedenen weihnachtlichen Veranstaltungen gehäuft, so dass es leider nicht so viele Zuhörer wie im vergangenen Jahr wurden. Letztes Jahr war Wolfram Brauneis zu Gast und referierte über die Vogelwelt des Ringgaus, dieses Mal gesellte er sich unter die Gäste.
Mit Herrn Martin Biedermann von der IG Fledermausschutz- und forschung Thüringen (IFT) e.V. konnte man einen exzellenten Referenten gewinnen, der sich ganz den Fledermäusen verschrieben hat. Der Vortrag lautete „Fledermäuse zwischen Thüringer Wald, Wartburg und Werratal“ und zeigte, was sich im Schutz der Dunkelheit so alles über unseren Köpfen bewegt.
Die verschiedensten Arten wurden anhand von teils spektakulären Fotos, z.B. bei der Jagd, vorgestellt und auch, dass es, ähnlich wie bei den Vögeln, einen Fledermauszug im Frühling und im Herbst gibt.
Ein ganz besonderer „Hotspot“ scheint das Werratal bei Hörschel für die Rauhautfledermaus zu sein, die auf ihrem Zug von Nord- und Osteuropa nach Mittel- bzw. Südeuropa (und zurück) in großen Mengen im Werratal anzutreffen ist.
Natürlich wurden auch die bekannten Vorurteile über Fledermäuse angesprochen. Gefährlich sind sie nämlich auch auf dem eigenen Dachboden oder in der Scheune nicht. Herr Biedermann berichtete jedoch, dass es tatsächlich auch drei Vampirarten gibt, die sich von Tierblut ernähren – allerdings in Mittel- und Südamerika und keinesfalls in unseren Regionen. Bei uns sind sie eher als fliegende Insektenjäger bekannt. Die noch sehr weit verbreitete Zwergfeldermaus verputzt beispielsweise 1000-2000 Mücken – pro Nacht! Jedoch haben es die nächtlichen Flugkünstler mit immer mehr Gefährdungen nicht leicht. Vergiftungen durch Insektizide, strukturelle Änderungen, immer mehr Beleuchtung, Straßenverkehr und nicht zuletzt Windräder machen Ihnen das Leben immer schwerer. Schön zu hören ist dagegen, dass es in unserer Region immer wieder Vorkommen gefährdeter Arten, wie der Mops- und Bechsteinfledermaus gibt.
Alles in allem war es ein spannender und gelungener Vortrag, der die Zuhörer gefesselt hat, das Interesse an den kleinen Insektenjägern gesteigert und die ein oder andere Angst vernichtet hat.

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